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Der Hobbit oder Hin und zurück
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Der Hobbit oder Hin und zurück

Der Hobbit oder Hin und zurück

von J.R.R. Tolkien 1937 366 Seiten
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Handlungszusammenfassung

Dreizehn Zwerge beim Abendessen

Ein Kratzer des Zauberers auf einer grünen Tür verändert alles

Bilbo Beutlin führt das behaglichste Leben im Auenland — wohlgefüllte Vorratskammern, keine Abenteuer, nichts Unerwartetes. Dann erscheint eines Frühlingsmorgens der Zauberer Gandalf an seiner Tür und sucht jemanden, der sich an einem gefährlichen Unternehmen beteiligt. Bilbo lehnt ab und flüchtet ins Haus, doch Gandalf ritzt ein geheimes Zeichen in seine grüne Eingangstür. Am nächsten Abend treffen dreizehn Zwerge einer nach dem anderen ein, essen seine Vorratskammern leer und füllen sein Wohnzimmer mit Rauch und Musik. Ihr Anführer, Thorin Eichenschild, enthüllt ihr Vorhaben: den Einsamen Berg und seinen Schatz vom Drachen Smaug zurückzuerobern, der das Volk seines Großvaters vor Generationen vertrieben hat. Gandalf zieht eine Karte hervor, die eine geheime Tür zeigt, und übergibt Thorin den dazugehörigen Schlüssel. Als Bilbo hört, wie ein Zwerg ihn eher als Krämer denn als Meisterdieb abtut, flammt sein Tuk-Stolz auf — und er meldet sich freiwillig.

Bilbos erster Einbruch geht schief

Drei Trolle streiten, bis der Sonnenaufgang das Problem löst

Bilbo verpasst den Aufbruch beinahe völlig und sprintet ohne Hut, Taschentuch oder Geld zum Gasthaus. Die Gesellschaft reitet auf Ponys gen Osten, doch als Gandalf in einer regnerischen Nacht verschwindet, entdecken sie ein Feuer und schicken ihren Meisterdieb zum Erkunden. Bilbo findet drei riesige Trolle, die Hammel braten. Er versucht, einem die Tasche zu stehlen, doch der magische Geldbeutel des Trolls quietscht und verrät ihn. Die Trolle stecken alle dreizehn Zwerge in Säcke. Nur Gandalfs Rückkehr rettet sie — aus der Dunkelheit heraus ahmt er die Stimmen der Trolle nach und hält sie so lange im Streit darüber, wie sie ihre Gefangenen zubereiten sollen, bis die Morgendämmerung alle drei zu Stein verwandelt. In der Trollhöhle findet die Gesellschaft Nahrung, Gold und drei elbische Klingen: Orcrist für Thorin, Glamdring für Gandalf und einen kleinen Dolch, den Bilbo still für sich beansprucht.

Mondlicht auf Thorins Karte

Elrond liest verborgene Runen, die den Berg aufschließen werden

Gandalf führt sie in das verborgene Tal von Bruchtal, das Letzte Heimelige Haus, wo der Elbenfürst Elrond sie zwei erholsame Wochen lang bewirtet. Elrond erkennt ihre Schwerter als uralte Klingen, die in der Elbenstadt Gondolin für Kriege gegen Orks geschmiedet wurden. Noch wichtiger: Er untersucht Thorins Karte im Mondlicht und entdeckt unsichtbare Mondrunen — silberne Inschriften, die nur unter einer Mondsichel lesbar sind, die jener gleicht, unter der sie geschrieben wurden. Die verborgene Botschaft weist sie an, beim grauen Stein zu stehen, wenn die Drossel klopft, und das letzte Licht von Durins Tag werde auf das Schlüsselloch scheinen. Die Zwerge können nicht vorhersagen, wann Durins Tag fällt, doch die Anweisungen geben ihnen die einzige Hoffnung, den geheimen Eingang in die Tiefen des Berges zu finden.

Verloren in der Dunkelheit der Orks

Ein Sturz in den Tunneln trennt Bilbo von jeder Hilfe

Hoch im Nebelgebirge treibt ein Gewitter die Gesellschaft in eine Höhle, die sich als Orkfalle erweist. In der Nacht bricht der Höhlenboden auf, und Orks strömen herein, packen Zwerge und Hobbit gleichermaßen. Tief unter der Erde verhört der Große Ork Thorin. Als seine Soldaten das Schwert Orcrist erkennen — einen legendären Orktöter —, stürzt sich der Große Ork wutentbrannt auf sie. Gandalf löscht jede Fackel, seine eigene Klinge Glamdring blitzt auf, und der Orkherrscher fällt tot zu Boden. Die Gesellschaft flieht durch schwarze Tunnel, Hunderte von Orks auf den Fersen. Während der verzweifelten Jagd packt ein Ork den Zwerg, der Bilbo auf dem Rücken trägt. Der Hobbit stürzt in die Dunkelheit, schlägt mit dem Kopf auf Stein und bleibt bewusstlos liegen, während seine Gefährten ohne ihn verschwinden.

Ein Ring auf dem Tunnelboden

Bilbo gewinnt ein Rätselspiel gegen eine Kreatur, die ihn fressen will

Allein in absoluter Schwärze tastet Bilbo sich den Tunnel entlang, und seine Finger schließen sich um einen kleinen kalten Ring, den er gedankenlos einsteckt. Am Ufer eines unterirdischen Sees paddelt Gollum — ein erbärmliches, schleimiges Geschöpf mit bleichen, lampengleichen Augen — auf ihn zu. Sie schließen einen verzweifelten Handel: ein Rätselspiel. Gewinnt Bilbo, zeigt Gollum ihm den Ausgang; wenn nicht, frisst Gollum ihn. Sie tauschen Rätsel aus, bis Bilbo, in seiner Tasche fummelnd, versehentlich fragt, was er bei sich trägt. Gollum kann es nicht erraten. Als er entdeckt, dass sein unsichtbar machender Ring verschwunden ist, begreift er, was Bilbo gefunden hat, und nimmt in mörderischer Wut die Verfolgung auf. Der Ring gleitet auf Bilbos Finger — er wird unsichtbar. Unsichtbar springt er über Gollums Kopf hinweg, zwängt sich durch die Hintertür der Orks, wobei er jeden Knopf verliert, und entkommt ins Sonnenlicht.

Von brennenden Bäumen zu Beorns Tafel

Adler tragen sie aus dem Feuer; ein Gestaltwandler rüstet sie für den Düsterwald

Bilbo stößt auf der anderen Seite der Berge wieder zu den Zwergen, indem er seinen Ring abstreift und plötzlich unter ihnen erscheint — ein Auftritt, der ihm neuen Respekt einbringt, obwohl er die wahre Natur des Rings geheim hält. In jener Nacht umzingeln Warge — böse Wölfe, die mit Orks verbündet sind — die Gesellschaft auf einer Waldlichtung. Sie klettern auf Bäume. Gandalf schleudert brennende Tannenzapfen auf die Wölfe, doch Orks treffen ein und setzen die Bäume in Brand. Im letzten Moment stoßen die großen Adler des Nebelgebirges herab und tragen die Gesellschaft in Sicherheit. Gandalf führt sie dann zu Beorn, einem furchteinflößenden Hautwechsler, der die Gestalt eines großen schwarzen Bären annimmt. Beorn überprüft ihre Geschichte, indem er einen Ork und einen Warg fängt, wird ihr Verbündeter und stattet sie mit Ponys, Proviant und eindringlichen Warnungen vor dem Wald aus, der vor ihnen liegt.

Der Düsterwald ohne den Zauberer

Gandalf geht, und der verwunschene Wald verschlingt ihre Hoffnung

Am Rand des Düsterwalds verabschiedet sich Gandalf — er hat dringende Geschäfte im Süden. Die Zwerge und Bilbo tauchen allein in einen Wald ein, der so dunkel ist, dass es sich wie ewige Mitternacht anfühlt, mit der strikten Anweisung, niemals den Pfad zu verlassen. Bombur, der dickste Zwerg, fällt bei einer Flussüberquerung in einen verzauberten schwarzen Strom und versinkt in magischen Schlaf, sodass er tagelang als totes Gewicht getragen werden muss. Die Vorräte gehen aus. Verzweifelt und ausgehungert erblicken sie dreimal Elbenlichter zwischen den Bäumen. Jedes Mal stürzen sie auf das Leuchten zu, doch die Lichter erlöschen und die Gesellschaft zerstreut sich in völliger Dunkelheit. Beim dritten Versuch tritt Thorin in den Kreis der Elben und wird von Waldelben ergriffen und fortgetragen, während die übrigen blind durch die Bäume stolpern — verloren, getrennt und allein.

Stich erhält seinen Namen

Bilbo tötet allein eine Riesenspinne und befreit zwölf Zwerge

Bilbo erwacht in Spinnenseide verstrickt, eine riesige Spinne nähert sich, um ihn zu vergiften. Er zieht seine kleine Elbenklinge und stößt sie dem Geschöpf in die Augen — er tötet es ohne Zauberer, Zwerge oder irgendjemanden an seiner Seite. Die Tat verwandelt ihn. Er fühlt sich wilder und mutiger und gibt seiner Klinge den Namen Stich. Mit seinem Ring macht er sich unsichtbar und spürt die verbliebenen zwölf Zwerge bei einer Spinnenkolonie auf, wo sie in Netze gewickelt an hohen Ästen hängen. Er bewirft die Spinnen mit Steinen, lockt sie mit spöttischen Liedern fort und schneidet die Zwerge dann einen nach dem anderen los. Zum ersten Mal enthüllt er seinen Gefährten die Macht des Rings. Sie wehren die verbliebenen Spinnen ab, doch Thorin ist nicht unter ihnen — von Waldelben gefangen genommen, wie sie erkennen, in ein unbekanntes Gefängnis.

Dreizehn Fässer flussabwärts

Bilbo stiehlt die Schlüssel des Kerkermeisters und lässt seine Freunde in die Freiheit treiben

Waldelben umzingeln die ausgehungerten Zwerge und führen sie in die unterirdischen Hallen des Elbenkönigs. Bilbo, der seinen Ring trägt, schlüpft ungesehen hinein. Wochenlang lebt er als unsichtbarer Einbrecher im Palast, stiehlt Essen, überbringt Nachrichten zwischen den eingekerkerten Zwergen — darunter Thorin, der in einer tiefen, abgesonderten Zelle gehalten wird — und sucht nach einem Fluchtweg. Er entdeckt den Fasskeller: Leere Fässer werden durch Falltüren in einen unterirdischen Strom geworfen, der zur Seestadt fließt. Als der Kellermeister und der Hauptwächter sich an starkem Wein bewusstlos trinken, ergreift Bilbo die Schlüssel, öffnet alle dreizehn Zellen und steckt jeden Zwerg in ein Fass. Die Fässer poltern durch die Falltüren in die eisige Strömung. Bilbo, ohne eigenes Fass, klammert sich an ein Fass und ertrinkt beinahe, bevor die ganze Flottille auf den Langen See hinaustreiben.

Die Drossel klopft

Ein Schlüsselloch erscheint in der Bergwand im letztmöglichen Augenblick

Die Seestadt empfängt sie als Helden, die eine alte Prophezeiung erfüllen — Lieder über den wiederkehrenden König unter dem Berge hallen über das Wasser. Nach zwei Wochen Rast segelt die Gesellschaft nordwärts und schlägt ihr Lager in der Einöde des Drachen auf, einer verwüsteten Ödnis rund um Smaugs Hort. Wochenlang durchsuchen sie die Westhänge nach der geheimen Tür und hämmern vergeblich auf gesichtslosen Fels. Die Hoffnung stirbt. Am letzten Herbsttag sitzt Bilbo allein auf dem Felsvorsprung, als eine Drossel hinter ihm eine Schnecke an einem grauen Stein aufschlägt. Ein roter Strahl der untergehenden Sonne bricht durch die Wolken und fällt genau auf die glatte Felswand. Eine Steinschuppe spaltet sich ab und enthüllt ein Schlüsselloch. Thorin steckt den Schlüssel von der Kette um seinen Hals hinein. Das Schloss dreht sich. Eine anderthalb Meter hohe Tür schwingt auf in völlige Dunkelheit.

Einem Drachen schmeicheln

Bilbo entdeckt eine ungepanzerte Stelle an Smaugs diamantenbesetztem Bauch

Bilbo schleicht allein den Tunnel hinab — das Mutigste, was er je tut. Bei seinem ersten Abstieg findet er Smaug schlafend auf Bergen von Gold und stiehlt einen großen zweihenkligen Becher. Der Drache erwacht in donnernder Wut, bricht durch das Haupttor hervor und versengt den Berghang mit Flammen. Bei seinem zweiten Besuch ist Smaug wach und wachsam. Sie tauschen rätselhafte Worte: Bilbo nennt sich Fassreiter, Ringgewinner, Glücksträger und verrät nie seinen wahren Namen. Er schmeichelt Smaug so geschickt, dass dieser sich umdreht und seine edelsteinbesetzte Unterseite zeigt, und Bilbo entdeckt eine kahle Stelle in der Vertiefung der linken Brust des Drachen. Doch auch Smaug ist schlau — aus den rätselhaften Titeln schließt er auf die Beteiligung der Seestadt. Bilbo drängt die Zwerge, sich tief in den Tunnel zurückzuziehen. In jener Nacht zerstört Smaug die geheime Türschwelle vollständig und wendet sich dann nach Süden, dem See entgegen.

Der schwarze Pfeil trifft sein Ziel

Die Botschaft einer Drossel lenkt einen einzigen Pfeil in Smaugs einzige Schwachstelle

Smaug stürzt sich in einem Sturm aus Flammen auf die Seestadt. Die Bewohner hatten ihre Brücke zerstört und sich bewaffnet, doch das Drachenfeuer regnet Vernichtung auf die hölzernen Gebäude. Der Bürgermeister der Stadt flieht in seinem vergoldeten Boot. Nur eine Schar Bogenschützen unter der Führung von Bard — einem grimmigen Schützen aus dem Königsgeschlecht von Thal — hält zwischen den brennenden Häusern stand. Als Bard seinen letzten Pfeil einlegt, lässt sich die alte Drossel vom Berg auf seiner Schulter nieder und spricht in der alten Sprache von Thal; sie sagt ihm, er solle auf die kahle Stelle in der linken Brust des Drachen achten. Smaug stößt tief herab, sein Bauch schimmert silbern im Mondlicht. Der schwarze Pfeil — ein Familienerbstück — bohrt sich in die ungepanzerte Vertiefung. Smaug kreischt, überschlägt sich und stürzt tot in den See, wobei er die Stadt unter sich zerschmettert.

Der geheime Handel des Hobbits

Bilbo gibt Thorins kostbarstes Juwel her, um einen Krieg zu verhindern

Ein alter Rabe bringt den Zwergen die Nachricht, dass Smaug tot ist, aber Heere von Menschen und Elben auf den unbewachten Hort zumarschieren. Bei der Erkundung des Drachenhorts steckt Bilbo heimlich den Arkenstein ein — einen strahlend weißen Edelstein, das Herz des Berges genannt, den einen Schatz, den Thorin über alles andere begehrt. Thorin befestigt das Haupttor und weist jeden Anspruch zurück: Bards Recht als Drachentöter, das Bedürfnis der Seeleute nach Entschädigung, die Beschwerden des Elbenkönigs. Er ruft seinen Vetter Dáin mit fünfhundert Kriegern aus den Eisenbergen herbei. Bilbo beobachtet, wie Thorin vor Besitzgier verhärtet, und trifft eine verzweifelte Entscheidung: Er schleicht sich nachts über die Mauer und übergibt den Arkenstein an Bard und den Elbenkönig als Verhandlungspfand. Gandalf, unerwartet eingetroffen, billigt sein Handeln. Als Thorin die Tat entdeckt, packt er Bilbo im Zorn und verstößt ihn.

Fünf Heere und ein Abschied

Orks zwingen erbitterte Feinde zum Bündnis, doch der Sieg fordert einen hohen Preis

Dáins Zwerge treffen ein und geraten beinahe mit Elben und Menschen aneinander — bis Gandalf beide Seiten mit einer donnernden Warnung aufhält. Ein Orkheer rückt mit Wargen und Schwärmen von Fledermäusen aus dem Norden heran. Alte Feinde vereinen sich, und die Schlacht der Fünf Heere bricht im Tal von Thal los. Orks erklimmen den Berg von hinten; alles scheint verloren. Da durchbricht Thorin in goldener Rüstung das befestigte Tor und stürmt vor, alle Seiten mit sich reißend. Bilbo, unsichtbar auf dem Rabenberg, erspäht Adler, die aus dem Westen heranfegen, und ruft Alarm, bevor ein Stein seinen Helm trifft. Er erwacht und erfährt, dass die Schlacht gewonnen ist — Beorn kam in Bärengestalt und zerschmetterte den Orkbefehlshaber. Doch Thorin liegt im Sterben. Bei ihrem Abschied nimmt der Zwergenkönig seine bitteren Worte zurück, preist Bilbos Mut und wünscht sich laut, dass mehr Leute Speise und Fröhlichkeit höher schätzten als gehortetes Gold. Fíli und Kíli, seine jungen Neffen, fielen bei seiner Verteidigung.

Epilog

Bilbo nimmt nur zwei kleine Truhen voller Schätze mit — alles, was ein Pony tragen kann — und reist mit Gandalf nach Hause, wobei er zur Wintersonnenwende bei Beorn und im Frühling in Bruchtal rastet. Er kommt in Beutelsend an und findet sich für tot erklärt: Sein Besitz wird versteigert, und die Sackheim-Beutlins vermessen bereits seine Zimmer. Er erlangt seine alte Ehrbarkeit nie ganz zurück — die Hobbits halten ihn fortan für wunderlich. Jahre später besuchen Gandalf und Balin ihn an seinem Kamin. Thal blüht, der Berg gedeiht, und alte Prophezeiungen haben sich bewahrheitet. Gandalf erinnert Bilbo daran, dass er nur ein kleines Wesen in einer weiten Welt ist und dass seine Abenteuer nicht durch bloßes Glück gelenkt wurden. Bilbo lacht, reicht den Tabaksbeutel herüber und bleibt glücklich — still, zufrieden und außerordentlich lange.

Analyse

Der Hobbit operiert auf zwei sich überlagernden Frequenzen: als Questerzählung, die aus nordischer Saga und Märchenkonvention schöpft, und als leise moderne Meditation darüber, was Heldentum ausmacht, wenn das Zeitalter der Helden angeblich vorüber ist. Tolkiens grundlegende Einsicht besteht darin, seinen Protagonisten für das Genre, in dem er sich bewegt, ungeeignet zu machen. Bilbo ist kein Krieger, kein Zauberer, nicht einmal besonders mutig — er versteht sich aufs Frühstück, auf Rauchringe und darauf, ein ordentliches Heim zu führen. Sein Heldentum erwächst gerade aus den häuslichen Tugenden, die die Zwerge anfangs verspotten: Einfallsreichtum, Mitgefühl und ein Instinkt für Kompromiss statt Eroberung. Die zentrale psychologische Spannung des Romans besteht nicht zwischen Gut und Böse, sondern zwischen zwei Spielarten des Begehrens. Die Suche der Zwerge wird von derselben besitzergreifenden Sehnsucht angetrieben, die Smaug zum Drachen macht — der Unterschied ist einer des Ausmaßes, nicht der Art. Thorins Verhältnis zum Gold spiegelt zunehmend den Hortinstinkt des Drachen wider, und der Text wird zum impliziten Argument, dass Reichtum selbst die gerechtesten Besitzansprüche korrumpiert. Bilbo, dem nie viel an Schätzen lag, wird gerade deshalb zum moralischen Kompass, weil er gegen diese besondere Ansteckung immun ist.

Der Ring funktioniert als mehr als ein bloßer Kunstgriff der Handlung — er verkörpert die Macht des Ungesehenbleibens. Bilbos größte Taten werden unsichtbar vollbracht: die Flucht in den Fässern, die Rettung vor den Spinnen, die nächtliche Diplomatie. Tolkien schlägt vor, dass die Welt ebenso sehr von übersehenen Einzelnen geformt wird, die nach ihrem Gewissen handeln, wie von Königen und Kriegern, die benannte Schwerter schwingen.

Die These des Romans kommt als Sterbebettwunsch daher: dass mehr Menschen Speise und Fröhlichkeit und Gesang höher schätzen mögen als gehortetes Gold. Sie wird zu spät für den Sprecher ausgesprochen, aber genau zum richtigen Zeitpunkt für den Leser. Der Hobbit argumentiert, dass das wahrhaft heldenhafte Leben nicht jenes ist, das in der Höhle eines Drachen endet, sondern jenes, das an einem warmen Herd beginnt und endet, bereichert durch das Wissen, dass selbst die kleinste Person den Lauf der Geschichte verändern kann.

Zuletzt aktualisiert:

Report Issue

Rezensionsübersicht

4.30 von 5
Durchschnitt von 4.000.000+ Bewertungen von Goodreads und Amazon.

Der Hobbit ist ein beliebter Fantasy-Klassiker von J.R.R. Tolkien, der für seine charmante Erzählweise, seine unvergesslichen Figuren und seinen reichen Weltenbau gelobt wird. Viele Leser schätzen seine zugängliche Prosa und die zeitlosen Themen von Abenteuer und persönlichem Wachstum. Während manche das Erzähltempo als langsam oder den Schreibstil als veraltet empfinden, betrachten die meisten das Buch als Grundlagenwerk der modernen Fantasy. Die anhaltende Beliebtheit des Buches hat zu erfolgreichen Verfilmungen geführt, obwohl die Meinungen darüber auseinandergehen. Insgesamt bleibt Der Hobbit eine geschätzte Geschichte, die Leser jeden Alters weiterhin in ihren Bann zieht.

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Charaktere

Bilbo Baggins

The reluctant burglar-hero

A hobbit of the Shire, Bilbo is the unlikely center of this quest—a creature of comfort, routine, and well-stocked pantries who carries an inherited spark of his mother Belladonna Took's adventurousness. His psychology is a civil war between the Baggins desire for safety and the Took yearning to see mountains and hear waterfalls. He begins as a figure of comic domesticity—fainting at dragon-talk, mourning his pocket-handkerchief—but circumstances forge him into something unexpected. Resourceful rather than physically strong, his weapons are cunning, timing, and an instinct for mercy. His pity for Gollum4, his loyalty to the dwarves despite their condescension, and his willingness to sacrifice personal gain for peace reveal a moral intelligence that emerges slowly but decisively as the journey progresses.

Gandalf

Quest architect and wizard

A wizard of enormous knowledge and limited patience, Gandalf is both the quest's architect and its intermittent guardian. He chose Bilbo1, arranged the gathering, provided the map and key, and intervenes at moments of mortal crisis—the trolls, the goblins, the burning trees—only to vanish when his absence will force growth in others. His departure at Mirkwood is strategic, not abandonment: the dwarves and Bilbo1 must learn to survive alone. Simultaneously warm and imperious, he tolerates no questioning of his choices but genuinely cares about his companions' wellbeing. He operates on a larger canvas than the quest—attending councils of wizards, pursuing dark sorcerers—while ensuring the smaller adventure still receives his protection at critical junctures.

Thorin Oakenshield

Exiled dwarf-king

Heir to the Kingdom under the Mountain, Thorin carries his people's dispossession like an inherited wound that never heals. His grandfather's kingdom was destroyed by Smaug5; his family has wandered in exile, reduced to blacksmith-work and coal-mining. This loss fuels an obsessive drive to reclaim both treasure and dignity. Proud, imperious, and given to speeches that test his listeners' patience, he is capable of genuine courage and commanding leadership. His relationship with Bilbo1 evolves from open condescension to grudging respect as the hobbit repeatedly proves his worth. The deepest tension in his character lies between the noble king he aspires to be and the fierce possessiveness that defines his attachment to everything that was taken from his people.

Gollum

The ring's wretched keeper

A pitiable wretch living alone beneath the Misty Mountains, Gollum has been twisted by centuries of isolation and obsessive attachment to his magic ring. He speaks to himself in plural, alternating between childlike pleading and predatory cunning. His loss of the ring produces a grief that borders on madness, and his hatred of Bilbo1 becomes a lingering curse. Despite his menace, Tolkien grants him a backstory—memories of grandmother, sunlight, grass—that makes him as tragic as he is dangerous.

Smaug

Dragon on the gold-hoard

The great dragon of the Lonely Mountain possesses devastating intelligence beneath impenetrable armor. Vain, suspicious, and endlessly greedy, he knows his treasure to the last ounce. His conversation with Bilbo1 reveals a serpentine wit—flattering, threatening, and manipulating simultaneously. He is as much psychologist as predator, planting seeds of doubt about the dwarves' intentions. His attachment to wealth he can never use mirrors the possessiveness he awakens in others.

Bard

Grim bowman of Dale's line

A grim, honest archer of Lake-town and descendant of the ancient lords of Dale, Bard is defined by pragmatic courage. While others celebrate or doubt, he watches the horizon with the hard-eyed realism of a man who takes old legends seriously. He is a natural leader—the kind who emerges in crisis not through ambition but through competence and refusal to flee. His sense of justice extends to all who suffer, not merely his own people.

Beorn

Shape-shifting bear-man

A skin-changer who alternates between the form of a huge man and a great black bear, Beorn lives in fierce independence at the forest's edge. Suspicious of strangers and unimpressed by dwarves, he proves a generous host once his interest is won through a well-told story. His animals serve him like household staff. His hatred of goblins runs deep, and his wrath, when roused, is the stuff of legend.

Elrond

Wise elf-lord of Rivendell

Master of the Last Homely House, Elrond is an elf-lord of ancient lineage whose wisdom and hospitality provide the company rest and crucial knowledge—particularly the moon-letters that reveal how to find the secret door.

The Elvenking

Mistrustful Mirkwood ruler

Ruler of the Wood-elves of Mirkwood, the Elvenking is distrustful of strangers and covetous of treasure—particularly silver and white gems. He imprisons the dwarves but treats them fairly, distinguishing his severity from true cruelty.

The Master of Lake-town

Lake-town's merchant-mayor

A shrewd politician who values trade over legend, the Master wields power through commercial expertise rather than martial courage. Quick to exploit opportunities and equally quick to shift blame when circumstances turn against him.

Balin

Friendliest dwarf companion

The eldest of Thorin's3 company, Balin serves as look-out and is the dwarf most warmly disposed toward Bilbo1 from the start. His patience and good humor bridge the gap between hobbit and dwarves throughout the journey.

Dain

Iron Hills dwarf-lord

Thorin's3 cousin from the Iron Hills, Dain arrives with five hundred well-armed dwarves in answer to Thorin's3 summons. He commands fierce, battle-hardened warriors clad in steel mail.

Fili and Kili

Thorin's youngest nephews

The youngest dwarves in the company, Fili and Kili are Thorin's3 sister-sons—energetic, brave, and sharp-eyed. They often draw the dangerous scouting assignments and show fierce loyalty to their uncle.

Bombur

The fattest, sleepiest dwarf

The heaviest member of Thorin's3 company, Bombur is defined by his appetite and his unfortunate tendency to become a burden—particularly after falling into Mirkwood's enchanted stream and sleeping for days.

Erzähltechniken

The Magic Ring

Grants the wearer invisibility

A plain gold ring found by Bilbo1 on the tunnel floor beneath the Misty Mountains, formerly Gollum's4 most treasured possession. When worn, it renders the bearer invisible to all eyes, though faint shadows may still appear in bright light. Bilbo1 discovers its power accidentally during his escape from Gollum4. From that point, the ring becomes his chief advantage—enabling him to sneak past lookouts, infiltrate the Wood-elves' halls9 undetected, orchestrate the barrel escape, approach the dragon, and steal over fortress walls. The ring is simultaneously a survival tool and a marker of character: Bilbo1 keeps it secret even from his allies for much of the journey, and its origins hint at a deeper history he never fully grasps. It fundamentally reshapes the power dynamic between a small hobbit and the larger, more dangerous world around him.

Thorin's Map and Key

Locates the Mountain's secret door

A hand-drawn map of the Lonely Mountain made by Thorin's3 grandfather Thror, showing the secret entrance on the western slope. Gandalf2 obtained it from Thorin's3 father in the dungeons of the Necromancer. The map bears visible runes indicating the door's dimensions and hidden moon-letters—invisible inscriptions readable only under a crescent moon matching the phase under which they were written. Elrond8 discovers these at Rivendell, revealing that the keyhole becomes visible when the thrush knocks and the last light of Durin's Day shines on the rock face. The accompanying silver key, kept on a chain around Thorin's3 neck, opens the lock. Without both map and key, the entire quest would have ended at a blank mountainside. Together they represent the inheritance of lost knowledge passed through generations.

The Arkenstone

Thorin's obsession; bargaining chip

The Heart of the Mountain—a great white gem discovered by the dwarves beneath the Lonely Mountain long ago. It shines with its own inner light, refracting every beam into ten thousand sparks of white radiance. Thorin3 prizes it above all other treasures and searches the hoard obsessively for it. Bilbo1 finds it atop the gold-mound and pockets it secretly, sensing both its value and the trouble it will cause. The Arkenstone becomes the physical embodiment of the story's central conflict between possessiveness and generosity. Its fate tests every character who touches it—forcing choices between greed and compromise, loyalty and conscience—and its passage from hand to hand drives the final act's political and emotional tensions.

Sting

Bilbo's weapon and identity marker

An elvish dagger found in the trolls' cave, forged in the ancient elf-city of Gondolin for the goblin-wars. Too small to serve as a proper sword, it fits Bilbo1 perfectly. Like its larger companions Glamdring2 and Orcrist, it glows faintly blue when goblins are near, serving as both weapon and warning system. Bilbo1 carries it unnamed through the early adventures until the pivotal moment in Mirkwood when he kills a giant spider single-handedly and christens the blade Sting. The naming act marks his psychological transformation from passive companion to active hero. The sword intimidates spiders, impresses dwarves, and gives its bearer a tangible warrior identity—though Bilbo1 never becomes a true fighter, always relying more on wit than edge.

The Thrush

Carries critical intelligence

An ancient thrush, nearly coal-black with a pale speckled breast, that lives near the secret door of the Lonely Mountain. Thorin3 identifies it as likely descended from a long-lived magical breed that once served as messengers between the dwarves and the Men of Dale. The bird first appears cracking a snail on the grey stone, inadvertently fulfilling the moon-letters' instruction and signaling the moment to look for the keyhole. It then listens intently to Bilbo's1 account of conversing with Smaug5. The thrush bridges the information gap between two groups who cannot otherwise communicate, carrying knowledge across miles of wilderness at the one moment when it matters most. Without this small bird, the critical intelligence about the dragon's vulnerability would never reach the one person capable of using it6.

Über den Autor

John Ronald Reuel Tolkien war ein berühmter Schriftsteller, Künstler und Gelehrter, der vor allem als Schöpfer von Mittelerde und Autor von Der Hobbit und Der Herr der Ringe bekannt ist. 1892 geboren, verbrachte er den Großteil seiner Karriere als Professor für Alt- und Mittelenglisch an der Universität Oxford. Tolkiens kreative Werke, darunter erfundene Sprachen und Mythologien, entstanden in seiner Freizeit. Seine Geschichten erkunden universelle Themen durch fantastische Schauplätze und Figuren. Tolkien war auch ein begabter Hobbykünstler, der seine eigenen Werke illustrierte. Sein akademisches Fachwissen in alten Sprachen und Sagen beeinflusste seine Erzählkunst maßgeblich. Tolkiens literarisches Vermächtnis inspiriert bis heute Leser und Autoren weltweit.

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