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Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote

Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote

Moral ist älter als Religion
von Frans de Waal 2013 289 Seiten
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Wichtigste Erkenntnisse

1. Moralität existierte vor der Religion und hat ihre Wurzeln im Verhalten von Primaten

»Wir beginnen gerade erst zu erforschen, wie Religion Menschen miteinander verbindet und gutes Verhalten durchsetzt. Es ist keineswegs meine Absicht, diese Rolle zu schmälern, die in der Vergangenheit entscheidend war und es wohl auch in absehbarer Zukunft bleibt, doch die Quelle der Moral ist sie nicht.«

Evolutionäre Ursprünge. Moralität hat tief verwurzelte evolutionäre Grundlagen, die den menschlichen Religionen um Millionen von Jahren vorausgehen. Primaten und andere soziale Säugetiere zeigen Verhaltensweisen, die als Bausteine menschlicher Moral gelten können:

  • Empathie und Trost für leidende Artgenossen
  • Kooperation und Teilen von Nahrung
  • Versöhnung nach Konflikten
  • Ein rudimentäres Gerechtigkeitsempfinden

Beispiele aus der Primatenforschung. Konkrete Beobachtungen verdeutlichen proto-moralische Verhaltensweisen:

  • Schimpansen trösten Opfer von Aggressionen durch Umarmungen und gegenseitiges Putzen
  • Bonobos teilen Nahrung auch mit Nicht-Verwandten und pflegen wechselseitiges Fellpflegeverhalten
  • Kapuzineraffen lehnen ungleiche Belohnungen ab und zeigen so ein Gefühl für Fairness

Kontinuität zum Menschen. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass es eine durchgehende Verbindung zwischen tierischem Verhalten und menschlicher Moral gibt – ein Hinweis darauf, dass Moral nicht göttlicher Offenbarung bedarf und nicht ausschließlich menschlich ist.

2. Empathie und Kooperation sind grundlegend für Mensch und Tier

»Wir Menschen schenken anderen automatisch Aufmerksamkeit, fühlen uns zu ihnen hingezogen und machen ihre Lage zu unserer eigenen. Wie alle Primaten sind wir emotional von anderen berührt.«

Emotionale Ansteckung. Empathie wurzelt tief in der biologischen Fähigkeit zur emotionalen Ansteckung – der Neigung, automatisch die Gefühle anderer nachzuempfinden und sich mit ihnen zu synchronisieren. Das zeigt sich etwa in:

  • Gähnansteckung bei Menschen und anderen Primaten
  • Babys, die auf das Weinen anderer Babys reagieren
  • Schneller Verbreitung von Stimmungen in Gruppen

Spiegelneuronen. Die Entdeckung der Spiegelneuronen liefert eine neurologische Grundlage für Empathie. Diese Nervenzellen feuern sowohl, wenn ein Tier eine Handlung ausführt, als auch beim Beobachten derselben Handlung bei anderen – und ermöglichen so das Verstehen von Absichten und Gefühlen.

Evolutionäre Vorteile. Empathie und Kooperation bringen bedeutende evolutionäre Vorteile mit sich:

  • Stärkere Gruppenzusammenhalt und bessere Koordination
  • Verbesserte Fürsorge für den Nachwuchs
  • Effektivere Problemlösung durch geteiltes Wissen
  • Höhere Überlebenschancen durch gegenseitige Hilfe

3. Religion entstand, um bereits vorhandene moralische Neigungen zu stärken, nicht um sie zu erschaffen

»Anstatt uns das moralische Gesetz zu geben, wurden die großen Religionen erfunden, um es zu stützen. Wir beginnen erst zu verstehen, wie Religion Menschen verbindet und gutes Verhalten durchsetzt.«

Vorhandene Moral. Religion baut auf bereits existierenden moralischen Intuitionen und Verhaltensweisen auf und verstärkt diese, anstatt sie neu zu schaffen. Das erklärt, warum viele moralische Werte kultur- und religionsübergreifend geteilt werden.

Soziale Funktionen der Religion. Religion erfüllt wichtige soziale Aufgaben, die moralisches Verhalten fördern:

  • Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls und geteilter Identität
  • Rituale, die den Gruppenzusammenhalt stärken
  • Übernatürliche Sanktionen zur Durchsetzung moralischer Normen
  • Kodifizierung und Weitergabe moralischer Lehren über Generationen hinweg

Säkulare Alternativen. Mit zunehmender Säkularisierung stehen Gesellschaften vor der Herausforderung, moralisches Verhalten und sozialen Zusammenhalt auf andere Weise zu fördern. Mögliche säkulare Alternativen sind:

  • Bürgerliche Institutionen und Gemeinschaftsorganisationen
  • Säkulares ethisches Bildungsangebot
  • Betonung gemeinsamer humanistischer Werte
  • Entwicklung nicht-religiöser Rituale und Traditionen

4. Wissenschaft und Religion erfüllen unterschiedliche Zwecke und müssen sich nicht widersprechen

»Religion ist viel mehr als bloßer Glaube. Die Frage ist nicht so sehr, ob Religion wahr oder falsch ist, sondern wie sie unser Leben prägt und was sie möglicherweise ersetzen könnte, wenn wir sie abschaffen würden.«

Nicht überlappende Bereiche. Wissenschaft und Religion befassen sich mit verschiedenen Aspekten menschlicher Erfahrung:

  • Wissenschaft: Empirisches Wissen über die physische Welt
  • Religion: Sinn, Zweck, Werte und sozialer Zusammenhalt

Komplementäre Rollen. Statt im Konflikt zu stehen, können Wissenschaft und Religion sich gesellschaftlich ergänzen:

  • Wissenschaft liefert Faktenwissen und technologischen Fortschritt
  • Religion bietet ethische Orientierung und existenziellen Trost

Gefahren des Wissenschaftsglaubens. Der Autor warnt vor „Scientismus“ – der Überzeugung, Wissenschaft könne alle Fragen, auch moralische, beantworten. Diese Haltung:

  • Ignoriert emotionale und intuitive Aspekte der Moral
  • Übersieht die Grenzen wissenschaftlichen Wissens in ethischen Bereichen
  • Läuft Gefahr, ein moralisches Vakuum zu schaffen, wenn Religion ohne adäquaten Ersatz verworfen wird

5. Hierarchien und soziale Codes prägen Moral bei Menschen und anderen Primaten

»Eine soziale Hierarchie ist ein riesiges System von Hemmungen, das zweifellos den Weg für die menschliche Moral ebnete, die ebenfalls ein solches System ist.«

Hierarchien bei Primaten. Soziale Rangordnungen bei Primaten schaffen komplexe Regelwerke und Erwartungen:

  • Dominanzverhältnisse bestimmen den Zugang zu Ressourcen
  • Untergeordnete zeigen Respekt und Unterwerfung gegenüber Höherrangigen
  • Verstöße gegen soziale Normen werden bestraft

Parallelen beim Menschen. Auch menschliche Gesellschaften stützen sich auf Hierarchien und soziale Codes, um Ordnung zu bewahren:

  • Rechtssysteme kodifizieren und erzwingen soziale Normen
  • Kulturelle Etikette regelt angemessenes Verhalten in verschiedenen Situationen
  • Institutionen wie Schulen und Arbeitsplätze verfügen über eigene Hierarchien und Regeln

Internalisierung von Normen. Sowohl Menschen als auch andere Primaten verinnerlichen soziale Normen im Laufe der Zeit:

  • Junge lernen angemessenes Verhalten durch Beobachtung und Korrektur
  • Scham und Schuld dienen als innere Mechanismen zur Normdurchsetzung
  • Ruf wird zu einer wertvollen sozialen Währung

6. Fairness und Gegenseitigkeit sind tief in Primatengesellschaften verwurzelt

»Fairness und Gerechtigkeit sind daher am besten als uralte Fähigkeiten zu betrachten. Sie entstanden aus dem Bedürfnis, Harmonie angesichts von Ressourcenkonkurrenz zu bewahren.«

Evolutionäre Herkunft. Ein Gerechtigkeitssinn entwickelte sich vermutlich, um Kooperation zu erleichtern und sozialen Frieden zu sichern:

  • Gewährleistung gerechter Ressourcenverteilung
  • Verhinderung von Ausbeutung innerhalb der Gruppe
  • Motivation zur Beteiligung an gemeinsamen Anstrengungen

Beispiele bei Primaten. Studien zeigen ein rudimentäres Fairnessgefühl:

  • Kapuzineraffen lehnen ungleiche Belohnungen für gleiche Arbeit ab
  • Schimpansen teilen Nahrung eher mit denen, die sie zuvor gepflegt haben
  • Bonobos zeigen Unbehagen bei ungerechter Behandlung anderer

Menschliche Entwicklung. Der menschliche Gerechtigkeitssinn baut auf diesen Grundlagen auf:

  • Bereits 15 Monate alte Kinder bevorzugen faire Verteilungen
  • Mit 3 bis 4 Jahren protestieren Kinder aktiv gegen Ungerechtigkeiten
  • Erwachsene weltweit lehnen wahrgenommene Ungerechtigkeit in ökonomischen Spielen stark ab

7. Menschliche Moral entsteht aus individuellen und gemeinschaftlichen Anliegen

»Wir kümmern uns intensiv um die Gruppe und entwickeln Vorstellungen von Recht und Unrecht für alle um uns herum, nicht nur für uns selbst und unsere engen Beziehungen.«

Duale Moralebenen. Menschliche Moral wirkt auf zwei miteinander verbundenen Ebenen:

  1. Individuelle Ebene: Sorge um persönliche Beziehungen und Interaktionen
  2. Gemeinschaftliche Ebene: Sorge um das Wohl und Funktionieren der größeren Gruppe

Individuelle Moral. Diese Ebene gründet auf Empathie und Gegenseitigkeit und fokussiert sich auf:

  • Andere so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte
  • Harmonische Beziehungen pflegen
  • Schaden an direkten Interaktionspartnern vermeiden

Gemeinschaftliche Moral. Sie erweitert moralische Anliegen über unmittelbare Beziehungen hinaus:

  • Entwicklung abstrakter Prinzipien von Recht und Unrecht
  • Schaffung und Durchsetzung sozialer Normen zum Wohle der Gruppe
  • Berücksichtigung langfristiger gesellschaftlicher Folgen von Handlungen

Evolutionäre Ausweitung. Menschliche Moral dehnte sich von kleinen Gruppen auf größere Gesellschaften aus:

  • Entwicklung universeller ethischer Prinzipien
  • Aufbau von Institutionen zur Normdurchsetzung
  • Erweiterung des moralischen Kreises auf Fremde und sogar andere Arten

8. Vernunft allein reicht für moralisches Verhalten nicht aus; Emotionen spielen eine entscheidende Rolle

»Nach allem, was wir wissen, brauchen wir keine Götter, die uns sagen, was moralisch ist; vielmehr war es umgekehrt: Gott wurde eingeführt, um uns zu helfen, so zu leben, wie wir es für richtig hielten.«

Grenzen der Vernunft. Reine rationale Abwägung genügt nicht für moralisches Handeln:

  • Menschen handeln oft moralisch ohne bewusste Überlegung
  • Moralische Entscheidungen werden häufig schnell und intuitiv getroffen
  • Vernünftige Argumente können auch zur Rechtfertigung unmoralischen Verhaltens dienen

Emotionale Grundlagen. Emotionen liefern die Motivation für moralisches Verhalten:

  • Empathie bewegt uns, anderen in Not zu helfen
  • Schuld und Scham verhindern antisoziales Verhalten
  • Moralische Empörung treibt uns an, Ungerechtigkeiten zu korrigieren

Integrierter Ansatz. Effektive moralische Entscheidungen verbinden Vernunft und Gefühl:

  • Emotionen liefern intuitive moralische Urteile
  • Vernunft hilft, moralische Prinzipien zu verfeinern und anzuwenden
  • Reflexion über emotionale Reaktionen führt zu differenzierterem ethischem Verständnis

9. Universelle moralische Regeln sind problematisch; Kontext und Kultur sind entscheidend

»Wenn Religion Menschen dazu bringt, ein ganzes Paket von Mythen und Werten ohne viele Fragen zu akzeptieren, sind Wissenschaftler nur wenig besser. Auch wir übernehmen eine bestimmte Sichtweise, ohne jede zugrundeliegende Annahme kritisch zu prüfen, und ignorieren oft Beweise, die nicht passen.«

Probleme universeller Regeln. Der Versuch, universelle moralische Regeln aufzustellen, stößt auf mehrere Schwierigkeiten:

  • Kulturelle Vielfalt führt zu unterschiedlichen moralischen Prioritäten
  • Komplexe Situationen beinhalten oft widersprüchliche moralische Prinzipien
  • Starre Regeln können zu absurden oder schädlichen Ergebnissen führen, wenn sie unflexibel angewandt werden

Kontextuelle Faktoren. Moralische Entscheidungen müssen berücksichtigen:

  • Kulturelle Normen und Werte
  • Spezifische Umstände jeder Situation
  • Langfristige Folgen von Handlungen

Flexible Prinzipien. Statt starrer Regeln ist ein wirksamerer Ansatz:

  • Allgemeine moralische Leitlinien, die an verschiedene Kontexte angepasst werden können
  • Entwicklung moralischer Weisheit zur Navigation komplexer Situationen
  • Offenheit, moralische Überzeugungen angesichts neuer Informationen oder veränderter Umstände zu überdenken

10. Atheismus sollte sich auf den Aufbau von Alternativen konzentrieren, nicht nur auf Kritik der Religion

»Für mich ist das Verständnis der Notwendigkeit von Religion ein weitaus höheres Ziel als ihre bloße Kritik.«

Grenzen der Religionskritik. Alleinige Kritik an Religion ist unzureichend und kann kontraproduktiv sein:

  • Sie greift die sozialen und psychologischen Bedürfnisse, die Religion erfüllt, nicht auf
  • Sie entfremdet potenzielle Verbündete mit religiösem Glauben
  • Sie bietet keine konstruktiven Alternativen

Positiver Atheismus. Ein konstruktiverer Ansatz für Atheisten und Humanisten umfasst:

  • Entwicklung säkularer Alternativen zu religiöser Gemeinschaft und Ritualen
  • Förderung humanistischer Werte und ethischer Rahmenwerke
  • Zusammenarbeit mit moderaten religiösen Gruppen bei gemeinsamen Zielen

Lernen von der Religion. Atheisten können von den Erfolgen der Religion lernen:

  • Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls und Zugehörigkeit
  • Spenden von Trost in Leidenszeiten
  • Bereitstellung von Erzählungen, die Leben Sinn und Zweck verleihen
  • Motivation zu prosozialem Verhalten und moralischer Entwicklung

Zuletzt aktualisiert:

Report Issue

Rezensionsübersicht

4.15 von 5
Durchschnitt von 5.000+ Bewertungen von Goodreads und Amazon.

Der Bonobo und der Atheist untersucht die evolutionären Ursprünge der Moral und vertritt die These, dass Moral bereits vor der Religion existierte. De Waal präsentiert eindrucksvolle Beispiele für moralisches Verhalten bei Primaten und anderen Tieren, die die Vorstellung infrage stellen, Religion sei Voraussetzung für Moral. Während viele Rezensenten die Einsichten zum Verhalten der Tiere loben, üben einige Kritik an de Waals Haltung gegenüber Atheismus und Religion. Zahlreiche Leser schätzen seinen ausgewogenen Ansatz, der militantem Atheismus aus dem Weg geht und zugleich die soziale Bedeutung der Religion anerkennt. Die Anekdoten über das Verhalten der Primaten werden vielfach gelobt, wenngleich manche die Struktur und den Schnitt des Buches als verbesserungswürdig empfinden. Insgesamt gilt das Werk als anregende und tiefgründige Erkundung der biologischen Wurzeln der Moral.

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4.53
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FAQ

What's The Bonobo and the Atheist about?

  • Exploration of morality: The book investigates the origins of human morality through primate behavior, focusing on bonobos and chimpanzees. Frans de Waal argues that moral behavior predates organized religion and is rooted in our evolutionary history.
  • Humanism and atheism: De Waal discusses the implications of atheism on morality, questioning whether humans can be moral without divine guidance. He suggests that empathy and social instincts are inherent in both humans and primates.
  • Comparative analysis: The author contrasts bonobos and chimpanzees to illustrate different social structures and moral frameworks, with bonobos depicted as more peaceful and empathetic.

Why should I read The Bonobo and the Atheist?

  • Insightful perspective: The book offers a unique view on morality, suggesting it is not exclusively derived from religious beliefs but is a product of our evolutionary past.
  • Engaging storytelling: De Waal combines scientific research with personal anecdotes, making complex ideas accessible and engaging.
  • Relevance to contemporary issues: The themes resonate with current debates about morality, religion, and human behavior, making it a timely read for those interested in ethics and social science.

What are the key takeaways of The Bonobo and the Atheist?

  • Morality is innate: De Waal argues that moral behavior is deeply rooted in our biology and social instincts, observable in both humans and primates.
  • Bonobos as models: Bonobos are highlighted as examples of peaceful and cooperative behavior, suggesting their social structures can inform our understanding of human morality.
  • Critique of dogmatism: De Waal critiques both religious dogmatism and militant atheism, advocating for a nuanced understanding of morality that transcends binary thinking.

What are the best quotes from The Bonobo and the Atheist and what do they mean?

  • Nietzsche's exploration: “Is man only a blunder of God? Or is God only a blunder of man?” questions the relationship between humanity and divinity.
  • Morality's origins: “Morality antedates religion.” reflects De Waal's thesis that moral behavior is inherent in social animals.
  • Empathy's role: “Empathy requires awareness of the other and sensitivity to the other’s needs.” emphasizes the biological basis of empathy.

How does The Bonobo and the Atheist relate to human evolution?

  • Evolutionary perspective on morality: De Waal argues that understanding our primate relatives provides insights into the evolution of human morality.
  • Comparison of primate behaviors: The book contrasts bonobos and chimpanzees, illustrating how different evolutionary paths have shaped their behaviors.
  • Implications for human society: By examining primate behaviors, De Waal suggests humans possess innate moral instincts that inform our understanding of ethics.

What evidence does De Waal provide for morality in primates?

  • Observations of altruism: De Waal shares anecdotes and studies demonstrating altruistic behaviors in primates, such as helping each other in distress.
  • Empathy in action: Experiments show primates can recognize the needs of others and respond with empathy, like bonobos comforting distressed individuals.
  • Comparative studies: Various studies highlight differences in social behaviors between bonobos and chimpanzees, reinforcing the idea that moral behaviors are present in primates.

How does The Bonobo and the Atheist challenge traditional views of religion and morality?

  • Morality without God: De Waal argues that morality is a natural part of being a social animal, challenging the notion that it requires a divine source.
  • Critique of dogmatic beliefs: The book critiques both religious dogmatism and militant atheism, advocating for a more open-minded approach to understanding morality.
  • Empirical evidence over ideology: De Waal encourages reliance on empirical evidence from primate studies rather than ideological beliefs about morality.

What role do bonobos play in understanding human morality according to De Waal?

  • Models of peaceful behavior: Bonobos are presented as models of cooperation and empathy, contrasting with the more aggressive behaviors of chimpanzees.
  • Sexual behavior as social glue: Bonobos use sexual behavior to resolve conflicts and strengthen social bonds, challenging traditional views of sexuality.
  • Implications for human society: Studying bonobo behavior, De Waal posits that humans can learn valuable lessons about cooperation and empathy.

How does De Waal address the concept of empathy in The Bonobo and the Atheist?

  • Empathy as a biological instinct: De Waal argues that empathy is an innate part of being a social animal, rooted in our evolutionary history.
  • Empathy in primate interactions: The book details observations of empathy in primates, such as comforting behaviors and altruistic actions.
  • Connection to morality: De Waal links empathy to moral behavior, suggesting it is fundamental to our understanding of right and wrong.

What criticisms does De Waal make of neo-atheism in The Bonobo and the Atheist?

  • Militant atheism: De Waal critiques the strident approach of some neo-atheists who aggressively oppose religion without considering complexities.
  • Oversimplification of religion: He suggests neo-atheists often oversimplify religion, failing to recognize the diversity of beliefs within communities.
  • Need for dialogue: De Waal advocates for dialogue between science and religion, understanding the emotional and social aspects of belief.

How does The Bonobo and the Atheist contribute to the discussion of morality in contemporary society?

  • Reevaluation of moral foundations: De Waal encourages readers to reevaluate their moral beliefs, suggesting morality is deeply rooted in biology.
  • Lessons from primates: The book highlights the importance of studying primates to gain insights into human behavior and morality.
  • Encouragement of empathy: De Waal emphasizes empathy as a fundamental aspect of morality, promoting a more compassionate world.

How does The Bonobo and the Atheist address the is/ought divide?

  • Critique of traditional views: De Waal challenges the notion that moral imperatives cannot be derived from natural behaviors.
  • Emotional basis of morality: He suggests moral values are rooted in emotional responses shaped by evolutionary processes.
  • Practical implications: Recognizing moral behavior as grounded in biology, De Waal advocates for a nuanced understanding of ethics.

Über den Autor

Frans de Waal ist ein weltweit anerkannter Primatologe und Autor, der von der Zeitschrift Time zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten gezählt wird. Er bekleidet den Lehrstuhl als C. H. Candler Professor am Fachbereich Psychologie der Emory University und leitet das Living Links Center am Yerkes National Primate Research Center. De Waal hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter „Sind wir klug genug, um zu wissen, wie klug Tiere sind?“. Sein Forschungsfokus liegt auf dem Verhalten und der Kognition von Primaten, wobei er die evolutionären Wurzeln menschlichen Verhaltens und moralischer Prinzipien untersucht. Mit Sitz in Atlanta, Georgia, hat de Waals Arbeit maßgeblich dazu beigetragen, unser Verständnis von tierischer Intelligenz und sozialem Verhalten, insbesondere bei Menschenaffen, zu vertiefen.

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