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The Keys to Kindness

The Keys to Kindness

How to be Kinder to Yourself, Others and the World
von Claudia Hammond 2022 289 Seiten
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Wichtigste Erkenntnisse

1. Freundlichkeit ist weiter verbreitet, als Sie denken

Die Menschlichkeit überwiegt die Unmenschlichkeit – wir müssen nur die Augen dafür öffnen und uns nicht von der Negativität täuschen lassen, die in Nachrichten und sozialen Medien oft dominiert.

Hinterfragen Sie Annahmen. Trotz gängiger Vorstellungen und medialer Darstellungen sind Menschen von Natur aus freundlicher, als oft angenommen wird. Vom Teilen der Murmeln bei Kleinkindern bis hin zu älteren Menschen mit wachsender sozialer Motivation – Freundlichkeit ist ein grundlegender Bestandteil der menschlichen Natur, nicht die Ausnahme. Das stellt die lange gehegte Ansicht infrage, dass wir vor allem egoistische Wesen sind.

Angeborenes Gute. Studien, darunter der „Kindness Test“ mit über 60.000 Teilnehmern aus 144 Ländern, zeigen, dass Freundlichkeit weit verbreitet und in allen Altersgruppen und Kulturen üblich ist. Schon kleine Kinder zeigen altruistisches Verhalten und freuen sich daran, anderen zu helfen – und diese Fähigkeit zur Freundlichkeit nimmt im Allgemeinen mit dem Alter zu. Oft werden wir von einer „Light Triad“ an Persönlichkeitsmerkmalen geprägt – Kantianismus, Humanismus und Vertrauen in die Menschheit – und nicht nur von der „Dark Triad“.

Ansteckende Taten. Freundlichkeit ist zudem hochgradig ansteckend und erzeugt eine positive Rückkopplung, bei der empfangene Freundlichkeit dazu motiviert, sie an andere weiterzugeben. Dieser Dominoeffekt breitet sich durch direkte Begegnungen und die Beeinflussung sozialer Normen aus. Indem wir aktiv nach freundlichen Gesten suchen und sie anerkennen, können wir der negativen Verzerrung unserer Wahrnehmung entgegenwirken und eine positivere, verbundenere Welt fördern.

2. Freundlich zu sein nützt auch Ihnen selbst

Mitfühlendes Verhalten verbessert nicht nur das Leben anderer, sondern auch unser eigenes.

Win-win-Situation. Freundliche Handlungen steigern messbar sowohl die mentale als auch die körperliche Gesundheit des Gebers, nicht nur des Empfängers. Studien belegen, dass freundliche Taten die Zufriedenheit im Beruf und im Leben erhöhen, Stress und Burnout reduzieren und sogar zu einem längeren Leben beitragen können. Dieses „warme Leuchten“ der Zufriedenheit ist ein echter emotionaler Gewinn, kein egoistischer.

Neurowissenschaftliche Belohnungen. Unser Gehirn ist darauf programmiert, Freundlichkeit zu belohnen; dieselben Belohnungszentren, die durch Liebe, Schokolade oder Geld aktiviert werden, reagieren auch, wenn wir anderen etwas geben. Diese neuronale Rückkopplung verstärkt prosoziales Verhalten und macht Freundlichkeit von sich aus angenehm. Geld für andere auszugeben, bringt oft mehr Glück als für sich selbst, unabhängig von der Höhe des Betrags.

Eudaimonisches Wohlbefinden. Über das unmittelbare Vergnügen hinaus trägt Freundlichkeit zum eudaimonischen Wohlbefinden bei, indem sie Sinn und Lebenszweck vermittelt. Besonders ehrenamtliches Engagement bietet bedeutende Vorteile, indem es soziale Verbindungen stärkt, das Selbstwertgefühl hebt und Identität stiftet. Diese Vorteile sind real und substanziell, auch wenn sie nicht alle Lebensprobleme auf magische Weise lösen.

3. Gemischte Motive mindern die Freundlichkeit nicht

Wenn Ihre Handlung gut gemeint ist und dem Empfänger wirklich nützt, schmälert es das innere Gute der Tat nicht, dass Sie wissen, dass Sie selbst davon profitieren.

Reinheit ist ein Mythos. Die Vorstellung von „reiner“ Freundlichkeit, frei von jeglichem Eigennutz, ist vor allem ein philosophisches Konstrukt, das das reale Verhalten nicht widerspiegelt. Die meisten freundlichen Handlungen entspringen gemischten Motiven, darunter Verwandtenaltruismus, reziproker Altruismus und sogar wettbewerbsorientierter Altruismus, bei dem Menschen sozialen Status oder einen guten Ruf gewinnen.

Wirkung statt Absicht. Entscheidend ist der positive Effekt einer Handlung auf den Empfänger, nicht die absolute Reinheit der Motive des Gebers. Ob jemand aus echter Empathie oder um „anzugeben“ an eine Wohltätigkeitsorganisation spendet – die Organisation profitiert dennoch. Neurowissenschaftliche Studien zeigen sogar, dass das Belohnungssystem im Gehirn sowohl bei rein altruistischen als auch bei strategisch altruistischen Handlungen aktiviert wird, was nahelegt, dass unsere Biologie Freundlichkeit unabhängig von komplexen Absichten fördert.

Stärkung der Handlung. Das Akzeptieren gemischter Motive kann die Wahrscheinlichkeit freundlicher Taten sogar erhöhen. Wenn Menschen anerkennen, was sie selbst durch das Helfen gewinnen – sei es Freude, Verbundenheit oder Sinn – stärkt das ihre Motivation zum Handeln. Diese Sichtweise fördert mehr Freundlichkeit in der Welt, anstatt sie durch unerreichbare Ideale von Selbstlosigkeit zu lähmen.

4. Soziale Medien können eine Kraft für Freundlichkeit sein

Tatsächlich zeigen viele Beiträge und Austauschformen in sozialen Medien die freundlichere Seite der menschlichen Natur.

Jenseits des Grolls. Obwohl soziale Medien oft für Negativität, Missbrauch und Polarisierung kritisiert werden, sind sie auch eine bedeutende Plattform für Freundlichkeit und Unterstützung. Von einfachen Geburtstagswünschen bis hin zu umfangreichen Hilfsnetzwerken in Krisenzeiten ermöglichen diese Plattformen zahllose „Mikro-Freundlichkeiten“ und groß angelegte Solidarität.

Gutes verstärken. Soziale Medien erlauben die schnelle Verbreitung positiver Botschaften, die Unterstützung Bedürftiger und das Teilen aufmunternder Inhalte wie Memes und Videos, die Freude und Lachen bringen. Nachbarschafts-WhatsApp-Gruppen haben sich beispielsweise als unschätzbar für die Gemeinschaftshilfe erwiesen, indem sie schnelle Hilfsangebote ermöglichen und lokale Verbindungen fördern.

Bewusstes Engagement. Wir haben die Macht, unser Online-Erlebnis aktiv zu gestalten, indem wir Freundlichkeit bewusst suchen und verstärken. Durch „Kindness-Scrolling“ – das gezielte Suchen und Teilen positiver Inhalte – und das Entfolgen von Quellen der Negativität können wir den Algorithmen entgegenwirken, die oft Empörung fördern. Dieser bewusste Einsatz verbessert nicht nur unsere eigene Stimmung, sondern trägt auch zu einer freundlicheren Online-Umgebung bei.

5. Freundlichkeit ist eine Stärke, keine Schwäche

Freundlich zu sein heißt nicht weich oder leichtgläubig zu sein, sondern fair, konsequent und vertrauenswürdig.

Erfolgreiche Führung. Das Klischee, freundliche Menschen seien naive Verlierer, wird durch immer mehr Belege widerlegt, dass Freundlichkeit eine mächtige Ressource ist – besonders in der Führung. Freundliche Chefs, die das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, Fairness und Vertrauen in den Mittelpunkt stellen, erzielen oft höhere Produktivität, größere Mitarbeiterloyalität und bessere finanzielle Ergebnisse.

Ethischer Vorteil. Ethische Führung, geprägt von Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit, schafft ein positives und kooperatives Arbeitsklima, in dem sich Mitarbeitende wertgeschätzt und motiviert fühlen. Dieser Ansatz ermutigt dazu, sich einzubringen, Risiken einzugehen und gemeinsam Erfolge zu erzielen – Freundlichkeit ist hier kein Hindernis, sondern ein strategischer Vorteil.

Über das Geschäft hinaus. Dieses Prinzip gilt nicht nur im Beruf, sondern auch in wettbewerbsintensiven Bereichen wie Spitzensport und Politik. Beispiele wie Triathleten, die Siege zugunsten von Rivalen aufgeben, oder politische Führungspersönlichkeiten wie Jacinda Ardern, die Empathie priorisieren, zeigen, dass Anstand und Rücksichtnahme zu anderen, aber ebenso tiefgreifenden Formen von Erfolg und Anerkennung führen – Freundlichkeit ist Macht.

6. Empathie ist die Grundlage wahrer Freundlichkeit

Um wirklich freundlich zu sein, müssen wir in der Lage sein, die Perspektive anderer einzunehmen.

Andere verstehen. Empathie, sowohl kognitiv (Gedanken verstehen) als auch emotional (Gefühle teilen), ist entscheidend für echte Freundlichkeit. Unsere Gehirne sind darauf programmiert, auf Schmerz und Freude anderer zu reagieren und so tiefe Verbindungen zu ermöglichen. Ein Mangel an Empathie, wie im Trierer Sozialstress-Test gezeigt, verursacht erhebliches Leid.

Die Fähigkeit entwickeln. Empathie ist keine feste Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die durch aktives Üben erlernt und verbessert werden kann. Techniken wie Perspektivwechsel, bei denen man versucht, die Argumente eines anderen nachzuvollziehen, können ideologische Gräben überbrücken. Das Lesen von Literatur ist ein kraftvolles, oft unbewusstes Training für Empathie, das uns ermöglicht, „zu fühlen, wie es ist, ein anderer Mensch zu sein“.

Herausforderungen meistern. Empathie ist zwar essenziell, muss aber ausbalanciert werden. Übermäßige Empathie kann zu Erschöpfung oder verzerrtem Urteil führen, wie beim „identifizierbaren Opfer-Effekt“, bei dem der Fokus auf einem Einzelnen die größeren Bedürfnisse überschatten kann. Wir müssen auch Gruppenvorurteile überwinden und Empathie bewusst über die eigene Gruppe hinaus ausdehnen, indem wir unsere gemeinsame Menschlichkeit anerkennen.

7. Jeder kann ein Held sein (mit Vorbereitung)

Jeder ist zu heldenhaften Taten fähig, und Heldentum ist keineswegs das Privileg einer kleinen Elite.

Alltägliches Heldentum. Heldentum beschränkt sich nicht auf Soldaten oder Rettungskräfte; gewöhnliche Menschen jeden Alters und Hintergrunds sind zu außergewöhnlichen selbstlosen Taten fähig. Das Watts Memorial in London ehrt zahlreiche „Alltagshelden“, die bei der Rettung anderer ihr Leben ließen – ein Beleg dafür, dass Mut oft aus Pflichtbewusstsein oder einer plötzlichen Gelegenheit entsteht.

Banalität des Heldentums. Psychologen wie Philip Zimbardo sprechen von der „Banalität des Heldentums“ und betonen, dass Heldentaten oft von scheinbar unauffälligen Menschen ausgeführt werden, die in kritischen Momenten instinktiv oder aufgrund von Training handeln. Diese Sichtweise normalisiert Heldentum, macht es zugänglicher und inspirierender, statt es auf ein unerreichbares Podest zu heben.

Geplantes Eingreifen. Obwohl spontan, können heldenhafte Handlungen durch Vorbereitung beeinflusst werden. Sich im Voraus Gedanken zu machen, wie man in Notfällen sicher eingreifen kann – sei es durch Eingreifen bei einem Verbrechen, Filmen eines Vorfalls oder das Rufen von Hilfe – erhöht die Wahrscheinlichkeit wirksamen Handelns. Das Überwinden des „Zuschauereffekts“ erfordert oft eine bewusste Entscheidung, persönliche Verantwortung zu übernehmen, auch wenn dies Peinlichkeiten oder Missverständnisse mit sich bringen kann.

8. Selbstmitgefühl nährt die Freundlichkeit gegenüber anderen

Wenn Ihnen Freundlichkeit gegenüber anderen wichtig ist, denken Sie daran: Sie sind auch ein Mensch und sollten sich selbst nicht vernachlässigen.

Unverzichtbare Selbstfürsorge. Freundlich zu sich selbst zu sein ist kein Egoismus, sondern Voraussetzung für nachhaltige Freundlichkeit gegenüber anderen. Übermäßig selbstkritische Menschen leiden häufiger unter Scham, Angst und Depression, was ihre Energie und Fähigkeit, anderen zu helfen, mindert. Selbstmitgefühl hingegen steht in starkem Zusammenhang mit höherem Wohlbefinden, Resilienz und gesünderen Beziehungen.

Mehr als Selbstverliebtheit. Echtes Selbstmitgefühl unterscheidet sich von Narzissmus oder bloßem Selbstwertgefühl; es bedeutet, das eigene Leiden als Teil der gemeinsamen menschlichen Erfahrung anzuerkennen und sich selbst mit derselben Wärme und dem Verständnis zu begegnen, das man einem Freund entgegenbringen würde. Diese vom Buddhismus inspirierte Sichtweise betont, dass das Anerkennen persönlicher Schwierigkeiten ein Schritt hin zu universeller Mitmenschlichkeit ist.

Positiver Welleneffekt. Studien zeigen, dass Menschen mit höherem Selbstmitgefühl eher empathisch gegenüber anderen sind, harmonischere Beziehungen führen und besser darin sind, Fehler einzugestehen. Indem wir unser eigenes Wohlbefinden pflegen, schaffen wir eine stärkere Basis, von der aus wir echte und beständige Freundlichkeit in die Welt tragen können.

9. Kultivieren Sie Freundlichkeit aktiv

Es ist besser, auf eine Weise freundlich zu sein, die zu Ihnen passt, als gar nichts zu tun.

Bewusste Praxis. Die Welt freundlicher zu machen erfordert aktiven, absichtlichen Einsatz, nicht nur passives Wohlwollen. Das umfasst vielfältige Praktiken – vom Beobachten und Anerkennen von Freundlichkeit im Alltag bis hin zum gezielten Suchen nach Gelegenheiten, freundlich zu sein, angepasst an die eigenen Fähigkeiten und Komfortzonen.

Praktische Strategien:

  • Werden Sie ein Freundlichkeitssucher: Achten Sie aktiv auf freundliche Gesten, von anderen und von sich selbst, und halten Sie sie fest.
  • Üben Sie aktive Empathie: Betreiben Sie Perspektivwechsel und Mitgefühlstraining.
  • Engagieren Sie sich bewusst online: Folgen und verstärken Sie positive Inhalte und überlegen Sie vor wütenden Kommentaren.
  • Hören und lesen Sie aufmerksam: Fördern Sie Verständnis durch aufmerksames Zuhören und das Eintauchen in literarische Werke.
  • Planen Sie Heldentaten: Überlegen Sie im Voraus, wie Sie in Notfällen sicher eingreifen können.

Individueller Ansatz. Freundlichkeit verlangt keinen heiligen Verzicht oder eine radikale Lebensumstellung. Schon kleine, beständige Gesten – wie Gespräche mit Fremden beginnen, Situationen besser hinterlassen, als man sie vorgefunden hat, oder einfach freundlich zu sich selbst sein – können zusammen einen großen Unterschied machen. Ziel ist es, Freundlichkeit authentisch in Ihr Leben zu integrieren und Ihre einzigartigen Fähigkeiten und Neigungen zu nutzen, um die Welt ein Stück freundlicher zu gestalten.

Zuletzt aktualisiert:

Report Issue

Rezensionsübersicht

3.70 von 5
Durchschnitt von 307 Bewertungen von Goodreads und Amazon.

Die Schlüssel zur Freundlichkeit erhält überwiegend positive Bewertungen (3,7 von 5 Sternen). Leser loben die wissenschaftliche Fundierung und den praxisnahen Zugang, mit dem das Buch das Thema Freundlichkeit beleuchtet. Hammond überzeugt durch einen klar verständlichen Schreibstil und gründliche Recherchen, wobei das Werk weder sentimental noch belehrend wirkt, sondern vielmehr inspiriert. Viele Leser empfanden es als äußerst informativ, da es einen umfassenden Einblick in die vielfältige Forschung zur Freundlichkeit bietet und zugleich konkrete Anregungen für den Alltag liefert. Einige Kritiker bemängelten gelegentliche Wiederholungen und eine gewisse Länge sowie offensichtliche Schlussfolgerungen. Insgesamt schätzen die Leser jedoch die ermutigende Botschaft, die psychologischen Erkenntnisse und die praktischen Tipps, mit denen sich Freundlichkeit bewusst in das tägliche Leben integrieren lässt. Zahlreiche Rezensenten berichten sogar, dass das Buch ihr Vertrauen in die Menschheit wiederhergestellt hat.

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4.29
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Über den Autor

Claudia Hammond ist eine renommierte britische Moderatorin, Autorin und Dozentin für Psychologie, die sich durch ihre herausragende Arbeit in der Wissenschaftskommunikation einen Namen gemacht hat. Sie präsentiert mehrere BBC-Programme, darunter „All in the Mind“ und „Mind Changers“ auf Radio 4 sowie „Health Check“ beim BBC World Service Radio und BBC World News TV. Darüber hinaus ist Hammond Kolumnistin bei BBC.com und erörtert regelmäßig psychologische Forschungsergebnisse in der Sendung „Impact“. Akademisch ist sie als Teilzeitdozentin am Londoner Campus der Boston University tätig, wo sie Gesundheits- und Sozialpsychologie unterrichtet. Zudem bekleidet sie die Position der Associate Director bei Hubbub, einer Forschungsresidenz der Wellcome Collection, die sich mit dem Thema Erholung beschäftigt.

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