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Helping Children Succeed

Helping Children Succeed

What Works and Why
von Paul Tough 2016 125 Seiten
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Wichtigste Erkenntnisse

1. Die verborgene Krise: Wie Widrigkeiten die Entwicklung beeinträchtigen

Kindern aus armen Verhältnissen zum Erfolg zu verhelfen ist heute per Definition die zentrale Aufgabe der amerikanischen öffentlichen Schulen und damit eine grundlegende Verantwortung der amerikanischen Gesellschaft.

Weit verbreitete Herausforderungen. Mehr als die Hälfte der Schüler an öffentlichen Schulen in den USA stammt aus einkommensschwachen Familien, doch die Leistungslücke zu wohlhabenderen Mitschülern ist seit Jahrzehnten unverändert groß – im SAT-Test hat sie sich sogar vergrößert. Diese Bildungsungleichheit ist ein nationales Versagen mit gravierenden langfristigen Folgen für die wirtschaftliche Aufstiegschance. Die Herausforderung ist längst kein Randthema mehr, sondern das Herzstück amerikanischer Bildung.

Ein konzeptuelles Hindernis. Zu verstehen, warum Armut zu schlechten Ergebnissen führt, ist die erste Hürde. Über grundlegende Gesundheit und kognitive Anregung hinaus weisen Neurowissenschaftler und Psychologen vor allem auf Stress als Hauptursache hin. Harte oder instabile Lebensumstände erzeugen bei Kindern anhaltend ungesunde Stresslevel, die ihre Entwicklung tiefgreifend beeinträchtigen.

Die Folgen toxischen Stresses. Chronischer Stress in der frühen Kindheit, sogenannter „toxischer Stress“, stört die Gehirnentwicklung, insbesondere im präfrontalen Kortex, der komplexe geistige Funktionen und emotionale Regulation steuert. Diese Schädigung beeinträchtigt exekutive Funktionen wie Arbeitsgedächtnis, Selbstkontrolle und kognitive Flexibilität, was es Kindern erschwert, Informationen zu verarbeiten, Emotionen zu steuern und schulisch erfolgreich zu sein.

2. Mehr als nur Wissen: Die Bedeutung nicht-kognitiver Fähigkeiten

Viele Menschen, mich eingeschlossen, sind heute überzeugt, dass diese Fähigkeiten entscheidende Werkzeuge sind, um die Chancen von Kindern aus einkommensschwachen Familien zu verbessern.

Unterschätzte Eigenschaften. Die traditionelle Bildung legt den Fokus auf kognitive Fähigkeiten wie Lesen und Rechnen, doch eine wachsende Zahl von Studien hebt die zentrale Rolle von „nicht-kognitiven“ oder „weichen“ Fähigkeiten hervor. Diese Charakterstärken – etwa Ausdauer, Gewissenhaftigkeit, Selbstbeherrschung und Optimismus – werden zunehmend als unverzichtbar für Erfolg anerkannt, besonders für Kinder, die Widrigkeiten ausgesetzt sind.

Langfristige Wirkung. Längsschnittstudien, wie die Dunedin-Studie in Neuseeland, zeigen, dass Kinder mit ausgeprägten nicht-kognitiven Fähigkeiten später mehr Bildung erreichen, gesünder sind und ein stabileres Leben führen. Sie werden seltener alleinerziehend, haben weniger finanzielle Probleme und geraten seltener mit dem Gesetz in Konflikt – ein eindrucksvoller Beleg für die nachhaltigen Vorteile dieser Eigenschaften.

Frust bleibt bestehen. Trotz breiter Anerkennung ihrer Bedeutung fällt es Pädagogen oft schwer, wie diese Fähigkeiten gezielt zu fördern. Die Nachfrage nach Lehrplänen oder Methoden für „Durchhaltevermögen“ ist groß, doch viele erfolgreiche Lehrkräfte entwickeln diese Qualitäten, ohne sie explizit zu benennen oder zu „unterrichten“. Das deutet auf einen tieferliegenden, umweltbedingten Einfluss hin.

3. Charakter formt sich durch das Umfeld, nicht durch Unterricht

Wenn wir die Ausdauer, Resilienz oder Selbstkontrolle eines Kindes verbessern wollen, zeigt sich, dass der Ausgangspunkt nicht das Kind selbst ist. Was wir zuerst verändern müssen, ist sein Umfeld.

Das Paradox des Lehrens. Viele Pädagogen, die nicht-kognitive Fähigkeiten erfolgreich fördern – wie die Schachtrainerin Elizabeth Spiegel oder Mentorin Lanita Reed – verwenden selten Begriffe wie „Durchhaltevermögen“ oder „Charakter“. Stattdessen arbeiten sie mit intensiver Fehleranalyse oder einfühlsamer, konsequenter Begleitung, die implizit Resilienz und Selbstkontrolle aufbaut. Das legt nahe, dass Charakter nicht wie Mathematik gelehrt wird.

Mehr als traditionelle Fähigkeiten. Nicht-kognitive Kompetenzen unterscheiden sich grundlegend von kognitiven Fertigkeiten. Sie entstehen nicht primär durch direkte Übung oder Training, und pädagogische Methoden, die für akademische Inhalte wirksam sind (Vorträge, Arbeitsblätter), versagen oft bei ihrer Entwicklung. Neugier lernt man nicht durch Arbeitsblätter, Ausdauer nicht durch Vorträge.

Produkte der Umwelt. Diese Fähigkeiten sind vielmehr als Resultat der Umgebung eines Kindes zu verstehen. Starke Belege zeigen, dass widrige Umwelten die frühe Entwicklung tiefgreifend beeinflussen, und selbst im späteren Schulalter spiegeln nicht-kognitive Stärken eines Kindes weitgehend sein Umfeld wider, einschließlich des Schulklimas. Deshalb ist die Veränderung des Umfelds der wirksamste Hebel für Fortschritt.

4. Eltern als Architekten der Resilienz

Für die meisten Kinder sind die wichtigsten Umweltfaktoren weniger die Gebäude, in denen sie leben, als die Beziehungen, die sie erfahren – vor allem, wie die Erwachsenen in ihrem Leben mit ihnen umgehen, gerade in Stresssituationen.

Beziehungen sind entscheidend. Zwar spielt die physische Umgebung eine Rolle, doch die Forschung zeigt immer deutlicher, dass die entscheidenden Umweltfaktoren für die Entwicklung von Kindern die Beziehungen sind, die sie erleben – insbesondere zu ihren Eltern. Diese Interaktionen prägen in stressreichen Momenten maßgeblich die emotionalen, psychologischen und kognitiven Fähigkeiten.

Wechselseitiges Geben und Nehmen. Säuglinge lernen die Welt durch „Serve and Return“-Interaktionen kennen: Ein Laut oder Blick des Babys wird von den Eltern mit einer Antwort in Gestik, Mimik oder Sprache erwidert. Diese scheinbar einfachen Austausche sind lebenswichtig, da sie die neuronalen Verbindungen im Gehirn fördern, die Emotionen, Kognition, Sprache und Gedächtnis steuern.

Stressregulation und Gene. Eltern fungieren auch als externe Regulatoren des kindlichen Stresses. Konsistente, einfühlsame Reaktionen auf die Not des Kindes helfen ihm, interne Bewältigungsmechanismen zu entwickeln. Diese Fürsorge beeinflusst sogar die Genexpression durch Methylierung und zeigt, wie tief elterliche Aufmerksamkeit die Entwicklung eines Kindes bis auf genetischer Ebene fördert.

5. Gezielte Frühförderung verändert Leben

Die Fähigkeiten, die sich in den ersten Lebensjahren entwickeln, sind vielleicht schwerer in Tests zur Kindergartenreife messbar als etwa Zahlen- oder Buchstabenerkennung, doch genau diese Kompetenzen, eng verwandt mit exekutiven Funktionen, haben Forscher kürzlich als besonders wertvoll für den Kindergarten und darüber hinaus identifiziert.

Kritische frühe Jahre. Die Zeit vor dem sechsten Lebensjahr, besonders die ersten drei Jahre, ist ein einzigartiges Fenster voller Chancen und Verletzlichkeit für die Gehirnentwicklung. Das kindliche Gehirn ist höchst formbar, reagiert sensibel auf Umweltreize und legt die neurologische Grundlage für alle künftigen intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten.

Mehr als Vorschule. Die USA investieren zu wenig in die früheste Kindheit (0–3 Jahre) und konzentrieren sich stattdessen auf akademische Vorschulprogramme für Vierjährige. Doch exekutive Funktionen und nicht-kognitive Fähigkeiten entstehen vor allem durch tägliche Interaktionen und Beziehungen, nicht durch gezielte akademische Übungen. Das stellt die Politik vor die Herausforderung, elterliches Verhalten zu unterstützen, ohne zu stark einzugreifen.

Vielversprechende Modelle. Programme wie das Jamaica-Experiment (Eltern-Kind-Spiel), Attachment and Biobehavioral Catch-up (ABC) Hausbesuche und Filming Interactions to Nurture Development (FIND) zeigen, wie die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung wirkt. Durch Förderung einfühlsamer Fürsorge und sicherer Bindung verbessern sie signifikant die kognitive, sozial-emotionale Entwicklung und Stressregulation von Kindern – selbst bei Pflegekindern.

6. Disziplin neu denken: Von Strafe zu Unterstützung

Doch es erklärt, warum harte Strafen langfristig so oft wirkungslos bleiben, wenn es darum geht, problematische Jugendliche zu motivieren.

Fehlinterpretation von Verhalten. Viele Schulen deuten das Fehlverhalten von Schülern als Disziplinlosigkeit oder „schlechte Einstellung“ und reagieren mit Strafen. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass solches Verhalten häufig aus einem gestörten Stressregulationssystem resultiert – eine Folge von frühem toxischem Stress, der Selbstkontrolle und Impulskontrolle beeinträchtigt.

Wirkungslose Strafen. Der seit den 1990er Jahren verbreitete „Zero-Tolerance“-Ansatz setzt auf steigende Kosten für Fehlverhalten durch Suspendierungen. Doch das funktioniert nur, wenn Verhalten eine rationale Kosten-Nutzen-Abwägung ist. Für Schüler mit eingeschränkter Selbstregulation sind Suspendierungen wirkungslos, verschärfen schulische Probleme und erhöhen den Stress für alle im Klassenraum.

Fokus auf das Umfeld. Statt Strafen sollten Disziplinprogramme Lernumgebungen schaffen, in denen Schüler Selbstregulation entwickeln können. Das bedeutet Konflikte zu deeskalieren, ruhige und verlässliche Erfahrungen zu fördern und zu erkennen, dass Trotz oft ein Symptom für die Unfähigkeit eines Kindes ist, starke Emotionen zu steuern – nicht bloß ein willentlicher Akt.

7. Motivation jenseits von Belohnungen: Autonomie, Kompetenz, Verbundenheit

Der Einfluss finanzieller Anreize auf die Leistungen von Schülern ist in jeder Stadt statistisch null.

Anreize reichen nicht. Der behavioristische Ansatz, der davon ausgeht, dass Menschen vor allem auf Belohnungen und Strafen reagieren, dominiert die amerikanische Bildung. Doch umfangreiche Experimente des Ökonomen Roland Fryer mit Millionen Dollar an Anreizen für Schüler, Eltern und Lehrer zeigten durchweg keinen signifikanten Effekt auf Leistungen, Anwesenheit oder Abschlussquoten.

Innere Antriebe. Die Selbstbestimmungstheorie von Psychologen Edward Deci und Richard Ryan besagt, dass intrinsische Motivation – die Freude und Sinnhaftigkeit, die aus einer Tätigkeit selbst erwächst – weitaus stärker wirkt. Sie identifizierten drei grundlegende menschliche Bedürfnisse: Kompetenz, Autonomie und Verbundenheit. Werden diese erfüllt, bleibt Motivation stabil; externe Belohnungen können sie sogar mindern.

Kontraproduktive Kontrolle. Für benachteiligte Schüler, die ohnehin unter großem externem Druck stehen, bedeuten Schulen oft noch mehr Kontrolle, was ihr ohnehin fragiles Gefühl von Autonomie und Kompetenz weiter schwächt. Dieser Teufelskreis lässt sich nicht durch materielle Anreize oder Strafen durchbrechen. Stattdessen sind Umgebungen nötig, die Wahlmöglichkeiten, erreichbare Herausforderungen und positive Beziehungen zu Lehrkräften fördern – die Grundlage für nachhaltige Motivation.

8. Was wirklich zählt messen: Mehr als nur Testergebnisse

Forscher fanden heraus, dass der Notendurchschnitt einer Schülerin ein besserer Prädiktor für ihren College-Abschluss ist als ihre Ergebnisse bei standardisierten Tests wie SAT oder ACT.

Grenzen von Tests. Standardisierte Testergebnisse sind zwar relevant, aber unzureichend, um langfristigen schulischen Erfolg wie einen Hochschulabschluss vorherzusagen. Der Notendurchschnitt, der neben kognitiven Fähigkeiten auch nicht-kognitive Verhaltensweisen und Einstellungen widerspiegelt, erweist sich als verlässlicherer Indikator – ein Beleg für die Bedeutung über reines Faktenwissen hinaus.

Neue Bewertungsansätze. Der Ruf nach mehr Rechenschaftspflicht führte zu Versuchen, nicht-kognitive Fähigkeiten zu messen. Selbstberichte sind jedoch subjektiv und manipulierbar, wenn sie an hohe Konsequenzen geknüpft sind. Der Ökonom Kirabo Jackson nutzte innovative Verwaltungsdaten – Anwesenheit, Suspendierungen, Klassenwiederholungen und Notendurchschnitt – als Proxy für nicht-kognitive Fähigkeiten und zeigte deren starke Vorhersagekraft für Collegebesuch, Einkommen und spätere Straffälligkeit.

Wertschätzung unterschätzter Lehrkräfte. Jacksons Studie fand, dass manche Lehrkräfte konstant die nicht-kognitiven Fähigkeiten ihrer Schüler verbesserten, auch wenn sie die Testergebnisse nicht stark anhoben. Diese oft übersehenen Pädagogen bereiten Schüler besser auf das Leben vor. Das legt nahe, dass nicht-kognitive „Fähigkeiten“ weniger einzelne Kompetenzen sind, sondern positive Verhaltensweisen, die durch ein unterstützendes Klassenklima gefördert werden.

9. Die Kraft der Botschaften: Akademische Einstellungen fördern

Ich gebe Ihnen dieses Feedback, weil ich sehr hohe Erwartungen an Sie habe und weiß, dass Sie sie erreichen können.

Einstellungen sind entscheidend. Die akademischen Einstellungen von Schülern – ihre Überzeugungen und Selbstwahrnehmungen – sind zentral für Durchhaltevermögen. Camille Farrington identifizierte vier Schlüsselüberzeugungen: Zugehörigkeit, Fähigkeit wächst durch Anstrengung, ich kann Erfolg haben und die Arbeit ist wertvoll. Für Schüler aus belasteten Verhältnissen untergraben neurobiologische Effekte und negative Erfahrungen oft diese Überzeugungen und lösen Kampf-oder-Flucht-Reaktionen in der Schule aus.

Klug eingesetzte Interventionen. Die Arbeiten von David Yeager, Claude Steele und Carol Dweck zu Stereotypbedrohung und Wachstumseinstellung zeigen, wie subtile Botschaften transformierend wirken können. Claude Steeles „wise intervention“ bewies, dass eine einfache Haftnotiz mit hohen Erwartungen und Glauben an die Fähigkeiten eines Schülers die Überarbeitungsrate und Qualität von Aufsätzen bei gefährdeten Schülern dramatisch steigert.

Bedrohungen entschärfen. Diese Botschaft der „hohen Erwartungen“ schaltet den inneren „Kampf-oder-Flucht“-Alarm der Schüler aus und interpretiert Kritik nicht als persönlichen Angriff oder Vorurteil, sondern als Vertrauensbeweis. Lehrkräfte haben so eine mächtige Chance, Vertrauen und Zugehörigkeit aufzubauen, indem sie ihre Kommunikation verändern und einen mentalen Raum schaffen, in dem Schüler sich sicher fühlen, sich zu engagieren und an ihr Potenzial zu glauben.

10. Beziehungen und Anspruch: Die zwei Säulen wirksamer Schulen

Damit ein Schüler sich wirklich von der Schule motiviert fühlt, muss er auch das Gefühl haben, wichtige Arbeit zu leisten – Arbeit, die herausfordernd, anspruchsvoll und tiefgründig ist.

Mehr als Zugehörigkeit. Ein Gefühl der Zugehörigkeit und unterstützende Beziehungen sind grundlegend, besonders für Schüler aus belasteten Verhältnissen, doch sie allein reichen nicht für tiefe Motivation. Effektive Schulen bieten zudem anspruchsvolle, rigorose und sinnvolle akademische Aufgaben, die Schülern Kompetenz und Autonomie ermöglichen.

Gemeinschaft und Verbindung. Schulen des EL Education-Netzwerks, wie Polaris und WHEELS, verkörpern diesen doppelten Ansatz. Ihr „Crew“-System fördert über Jahre hinweg enge Beziehungen zwischen Schülern und Lehrkräften und schafft ein starkes Zugehörigkeitsgefühl und Vertrauen. Dieses unterstützende Umfeld hilft Schülern, emotionale Barrieren zu überwinden und sich intensiver auf das Lernen einzulassen.

Charakter durch Herausforderung. Die pädagogischen Praktiken von EL setzen auf ansprechendes, interaktives, projektbasiertes Lernen, Peer-Kritik und von Schülern geleitete Konferenzen. Schüler werden ermutigt, Risiken einzugehen, komplexe Aufgaben durchzuhalten und ihre Arbeit mehrfach zu überarbeiten. Diese Erfahrung, Herausforderungen zu meistern, und nicht der direkte Unterricht, bildet Charakter, Resilienz und eine Wachstumseinstellung.

11. Tiefgründiges Lernen für alle: Den Status quo herausfordern

Tiefgründiges Lernen war historisch gesehen ein Privileg der Privilegierten – jener, die es sich leisten konnten, ihre Kinder auf die besten Privatschulen zu schicken und in den begehrtesten Schulbezirken zu wohnen.

Anforderungen des 21. Jahrhunderts. Die „Deeper Learning“-Bewegung setzt sich für schülerzentrierten, forschenden und projektbasierten Unterricht ein, um Kompetenzen des 21. Jahrhunderts wie Teamarbeit, kritisches Denken und Anpassungsfähigkeit zu vermitteln. Diese Fähigkeiten sind essenziell für eine moderne Wirtschaft, die keine Industriearbeiter für repetitive Aufgaben mehr braucht.

Ungleicher Zugang. Tiefgründiges Lernen war lange Zeit vor allem wohlhabenden und weißen Schülern vorbehalten, oft in exklusiven Schulen. Skeptiker bezweifeln seine Wirksamkeit für benachteiligte Schüler, die Grundlagenwissen fehlen oder frühere „projektbasierte“ Ansätze als Ablenkung erlebt haben. So entsteht ein zweistufiges Bildungssystem.

Bewährte Vorteile. Doch immer mehr Belege aus EL Education-Schulen, Envision Schools und dem American Institutes for Research zeigen, dass gut umgesetzte tiefgründige Lernmethoden auch benachteiligten Schülern erheblich nutzen – sowohl inhaltlich als auch bei nicht-kognitiven Fähigkeiten. Selbst „No-Excuses“-Charternetzwerke wie Achievement First übernehmen diese Prinzipien und erkennen, dass Schülerautonomie und Engagement entscheidend für Motivation und Erfolg sind.

Zuletzt aktualisiert:

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Rezensionsübersicht

3.86 von 5
Durchschnitt von 2.000+ Bewertungen von Goodreads und Amazon.

Helping Children Succeed erhält gemischte Kritiken: Einerseits wird die Arbeit für ihre wertvollen Einsichten in Bildung und kindliche Entwicklung gelobt, andererseits bemängeln manche Leser das Fehlen konkreter Handlungsempfehlungen. Besonders geschätzt wird der Fokus auf die Schaffung unterstützender Umgebungen und den Aufbau vertrauensvoller Beziehungen, die den Erfolg von Kindern fördern. Einige Rezensenten empfinden das Buch als Wiederholung von Toughs früheren Werken oder als zu oberflächlich. Pädagogen begrüßen die fundierten, forschungsbasierten Ansätze, wünschen sich jedoch mehr praxisnahe Ratschläge. Insgesamt regt das Buch zum Nachdenken an und spricht vor allem jene an, die daran interessiert sind, die Chancen benachteiligter Kinder zu verbessern – wobei die Einschätzungen zur Umsetzbarkeit unterschiedlich ausfallen.

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4.47
56 Bewertungen
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Über den Autor

Paul Tough ist ein renommierter Autor und Journalist, der sich auf Bildung, Erziehung und gesellschaftliche Fragestellungen spezialisiert hat. Seine Werke, darunter der Bestseller „How Children Succeed“, wurden vielfach übersetzt und hochgelobt. Tough schreibt regelmäßig für angesehene Publikationen wie das New York Times Magazine und The New Yorker. Mit seiner Erfahrung als Redakteur, Reporter und Produzent für verschiedene Medien ist er ein gefragter Experte auf dem Gebiet der Bildungsfragen. Er lebt mit seiner Familie in Austin und Montauk. In seinen Arbeiten widmet er sich den Themen Ungleichheit, Charakterentwicklung und schulischem Erfolg, basierend auf umfangreicher Forschung und zahlreichen Interviews.

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